20.02.2025
Frage 4: Im 17. Kinder- und Jugendbericht des BMFSFJ wird hervorgehoben, dass sich junge Menschen nicht ausreichend von der Erwachsenenwelt wahrgenommen und in Entscheidungsprozesse einbezogen fühlen. Welche konkreten Maßnahmen planen Sie, um die politische und gesellschaftliche Beteiligung von Jugendlichen zu stärken und ihre Perspektiven in der Entscheidungsfindung einzubinden sowie umzusetzen?
Ralf Tiedemann: Ich setze mich für mehr politische Bildung ein und möchte junge Menschen stärker in politische Prozesse einbinden, z. B. durch Schülervertretungen, Jugendparlamente und digitale Beteiligungsplattformen. Der Zugang zu Entscheidungsprozessen soll erleichtert werden, damit Jugendliche bei Themen wie Bildung, Mobilität und Umwelt mehr Mitsprache erhalten. Zudem möchte ich Projekte fördern, die eigenständiges Engagement und Verantwortung stärken.
Annabell Rattmann: Jugendliche und Kinder haben, im Gegensatz zu anderen Interessengruppen, keine Lobby. Politik muss aber für die Gesellschaft gemacht werden und wenn das nicht passiert, leidet die Jugend. Wenn junge Menschen sich engagieren wollen, dann ist eine Jugendorganisation oder die Jugendpartei der Parteien eine gute Möglichkeit. Klar ist jedoch auch: Wir müssen anfangen Lobbyarbeit für große Konzerne einzuschränken und Politik für die sozial schwächeren zu machen und den Menschen eine Stimme geben, die noch keine haben.
Corinna Mettler: Ich sehe das genauso. Ich würde bei allen Entscheidungen immer erstmal die fragen, die es auch betrifft. Mich nervt es genauso, wenn einfach irgendwas über irgendjemanden entschieden wird. Also lasst uns Dinge, die euch betreffen, zukünftig gemeinsam entscheiden. Wie wir das machen? Weiß ich jetzt noch nicht. Aber es gibt immer einen Weg!
Ariane Fäscher: Das A und O ist, Beteiligung ernst zu nehmen und das gemeinsam Erarbeitete dann auch umzusetzen. Die Bundesregierung hat den Nationalen Aktionsplan für Kinder- und Jugendbeteiligung gestartet. Die Ergebnisse werden dem Bundeskabinett und den Bundesländern vorgelegt, um Mitgestaltung von Kindern und Jugendlichen klar zu verbessern. Ich will, dass junge Menschen nach ihren Ideen zum Koalitionsprogramm gefragt werden, damit sie einfließen.
Uwe Feiler: Die Jugend ist unsere Zukunft. Wir setzen uns daher für eine stärkere Jugendbeteiligung auf Bundesebene durch gezielte Maßnahmen zur Förderung der politischen Bildung und Partizipation junger Menschen ein. Dazu gehört die Stärkung der politischen Bildung in Schulen und die Förderung von Jugendorganisationen. Zudem werden wir digitale Plattformen nutzen, um den Dialog zwischen jungen Menschen und politischen Entscheidungsträgern zu erleichtern, beispielsweise auf der Internetseite der Stadt Hohen Neuendorf, wo es einen Bereich für junge Menschen gibt.
Linda Weiß: Derzeit treffen wir Erwachsenen viele Entscheidungen für die jungen Menschen. Laut der UN-Kinderrechtskonvention haben Kinder und Jugendliche das Recht darauf, dass ihre Meinung gehört und berücksichtigt wird: Das geht beispielsweise in den Jugendbeiräten der Gemeinden. Kinder sollen mitentscheiden, wie Spielplätze gestaltet werden und wo Treffpunkte für Jugendliche eingerichtet werden. Wir Erwachsenen haben die Pflicht diese Beteiligung zu fördern.